Erfolgreiches Inkasso im Ausland

Kreditversicherer sprechen von Risikoländern, wenn es für einen deutschen Exporteur kritisch sein kann, Waren dorthin zu exportieren. Das können Brasilien und die Türkei, aber auch Großbritannien sein. Der Brexit schafft auf der Insel eine neue Lage, die nicht nur zu wirtschaftlichen Rückgängen im Lande selbst, sondern auch zu Schwierigkeiten führen kann, weil die Regelungen nach dem Ausscheiden der Briten für die Einfuhr in das Land neu zu gestalten sind. Eine Hürde, die gerade Mittelständlern einiges Kopfzerbrechen bereiten wird. Informationen über die Rechtslage werden ebenso nötig sein, wie Bonitätsinformationen über die Empfänger der Waren und Dienstleistungen.

Die Engländer stehen an dritter Stelle der Länder, in die Deutschland exportiert. Im letzten Jahr waren es Waren im Wert von 86 Milliarden Euro. Mehr ging nur in die USA mit 107 Milliarden Euro und nach Frankreich mit 101 Milliarden Euro. Auch wenn Drohungen mit Einfuhrbeschränkungen von Trump jüngst nicht mehr zu hören waren, bleibt es doch dabei, dass der Partner jenseits des Atlantiks uns nicht mehr so nah steht, manches Abkommen liegt auf Eis.

Große Unterschiede

Auf der Basis von Bilanzen europäischer Unternehmen hat die Creditreform Wirtschaftsforschung die Forderungslaufzeiten der wichtigsten Akteure im europäischen Export untersucht (siehe dazu auch den Risikomanagement-Newsletter Nr. 5 vom Oktober). Für das Jahr 2016 schneidet Deutschland, wenn es um die Rechnungsbegleichung geht, unter den westeuropäischen Ländern am besten ab. Mit einem medianen Durchschnitt von 26 Tagen liegt man weit vor den nachfolgenden Ländern Österreich und Schweiz mit 31 Tagen, wie auch den skandinavischen Ländern mit durchschnittlich 33 Tagen. Während Großbritannien (41 Tage), die Beneluxstaaten (52 Tage) und Frankreich (54 Tage) im Mittelfeld agieren, zeigt Italien die schlechtesten Werte mit durchschnittlich 94 Tagen Forderungslaufzeit. Anzumerken ist, dass sich die Forderungslaufzeiten in Westeuropa seit dem Beginn der Dekade in fast allen Ländern verbessert haben. So betrugen sie selbst in Italien 2010 noch 106 Tage, in Skandinavien noch 36 Tage und selbst in Deutschland – auch damals schon führend – noch 29 Tage.

Für Mittelständler ist Europa tatsächlich fast ein Binnenmarkt. Und so sind die stärksten Länder auf dem Kontinent auch wiederum die wichtigsten Handelspartner. Sie sorgen für die meisten Inkasso-Mandate: Auf Frankreich und Italien folgen die Anrainer deutscher Grenzen in allen Himmelsrichtungen – von der Niederlande bis nach Österreich. Die USA ist Zielland eher für große industrielle Exporteure, die meist über ihre Niederlassungen Möglichkeiten zum Forderungseinzug im Land selbst haben.  

Auftragseingang: 01.07.2016 bis 30.06.2017

Von Land zu Land

Creditreform ist mit dem Auslandsinkasso seit Jahrzehnten im Namen der Gläubiger auf dem Weg, auch im Ausland Forderungen noch zu realisieren. Die lange Erfahrung und die Zusammenarbeit mit ausgewählten Dienstleistern vor Ort – in vielen europäischen Ländern ist das Creditreform International – gewährleisten gute Quoten.

Und wie sehen die Erfolgschancen aus? Da liegen die skandinavischen Länder Finnland und Schweden vorn, gefolgt von Irland und Frankreich. Schwieriger wird es in Rumänien und Polen – aber auch hier lohnt sich der Weg zum Auslandsinkasso von Creditreform. Immerhin mehr als die Hälfte wird auch hier noch realisiert.

Wie hoch die Chancen im jeweiligen Land stehen, notleidende Forderungen einziehen zu können, hängt von vielen Faktoren ab. Da fließen die Insolvenzquoten der jeweiligen Länder ein, die Möglichkeit der Vereinbarung eines Eigentumsvorbehaltes und dessen Insolvenzfestigkeit, die durchschnittliche Dauer von Gerichtsverfahren und die Kostenerstattungsfähigkeit der Auslagen, das Vorhandensein eines gerichtlichen „Schnellverfahrens“ ähnlich dem deutschen Mahnverfahren sowie die Anerkennung deutscher Urteile. Letztlich aber sind es die Erfahrungen der Auslandsexperten von Creditreform, die permanent den Forderungseinzug in den betrachteten Ländern betreuen, die mit ihrem Know-how über den Erfolg entscheiden.

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