Unternehmensnachfolge im Handwerk 2017/18

Viele Betriebsübergaben in den nächsten 10 Jahren

Die Regelung der Unternehmensnachfolge ist für viele Inhaber von Handwerksbetrieben kein fernes Szenario. Laut einer Studie der Creditreform Wirtschaftsforschung beschäftigt sich derzeit knapp die Hälfte der Befragten (43,4 Prozent) mit dem Rückzug aus dem Unternehmen bzw. hat den Übergabeprozess bereits in Gang gesetzt. Handwerksunternehmer, für die die Betriebsübergabe ein Thema ist, sind größtenteils zwischen 50 und 59 Jahre alt (49,2 Prozent). Mehr als jeder Dritte (36,7 Prozent der Befragten) ist 60 Jahre oder älter. Oftmals hat bei diesen Betrieben der Übergabeprozess schon begonnen, während Jüngere zunächst vorausschauend Rat und Informationen einholen.

Bei gut einem Fünftel der Betriebe (22,2 Prozent) ist die Übergabe in den nächsten ein, zwei Jahren geplant. In den östlichen Bundesländern ist dieser Anteil mit 24,6 Prozent überdurchschnittlich hoch. Die Mehrzahl der Betriebsinhaber im Handwerk (55,2 Prozent) will sich in drei bis zehn Jahren aus der Unternehmensführung zurückziehen. Die größte Bedeutung hat im Handwerk dabei die Übergabe innerhalb der Familie (55,0 Prozent der Befragten).

Bürokratie ist großes Hindernis für Nachfolge

In rund 42.000 Handwerksbetrieben in Deutschland ist der Inhaber bereits 60 Jahre oder älter. Für diese Unternehmen müssen in Kürze Nachfolger gefunden werden. Insgesamt geht es allein bei diesen Unternehmen um die Sicherung von rund 175.000 Arbeitsplätzen. Hilfe seitens der Politik beim Generationswechsel erwarten die Betriebe vor allem bei den bürokratischen Lasten (76,6 Prozent der Befragten). Eine finanzielle Förderung von Betriebsübernahmen, die es in einigen Bundesländern gibt, ist aus Sicht des Handwerks sehr sinnvoll (31,9 Prozent der Befragten), um Nachfolger für das Handwerk zu gewinnen.

1.863 Zeichen
Neuss, 08. März 2018

© 2018 Creditreform Paderborn Friederichs & Davis KG

Kontakt

allgemeineskontaktformular

Allgemeines Kontaktformular
Kontakt